Springe zum Inhalt

Vereinschronik

Im Jahre 1908 wurde der Imkerverein „Mastholte und Umgebung“ von 15 Imkern gegründet, die etwa 300 Bienenvölker hielten. Die Mitglieder waren Landwirte, Handwerker und Lehrer, die ihr Einkommen durch die Imkerei als Nebenerwerb aufbesserten. Zucker war ein knapper und wertvoller Rohstoff. Die Imkerei befand sich damals im Umbruch : von der Korbimkerei wurde zur Kasten­imkerei und von der Honiggewinnung durch Herauspressen aus den Waben zur Schleuderung mit selbstgebauten Schleudern übergegangen. Der Verein brachte den Imkern durch den mit ihm verbundenen regen Erfahrungsaustausch Vorteile. Man wanderte mit den Völkern in trachtenreiche Gegenden wie das Vorsauerland und die Heide mit Pferdewagen unter oft abenteuerlichen Umständen.

Die Imkervereine hatten in den Kriegsjahren eine wichtige Funktion in der Nahrungsversorgung der Bevölkerung. Unterlagen und Schriftstücke aus den ersten Vereinsjahren sind in den Kriegswirren um 1945 verlorengegangen.

Anfang der 1960er Jahre hatte der Verein 20 Mitglieder mit ca. 400 Bienenvölkern. Bis Ende der 1970-er Jahre ging die Mitgliederzahl dem allgemeinen Trend entsprechend auf 9 zurück ( mit ca. 200 Völkern ). Der Landesverband empfahl damals die Zusammenlegung kleinerer Vereine. Der Rietberger Verein nahm  deshalb Kontakt zu unserem Verein auf. Eine Fusion fand jedoch nicht statt, zumal die Mitgliederzahl seit 1984 wieder kontinuierlich anstieg.

Aus den Protokollbüchern ist ersichtlich, dass man sich in den 1960-er und 1970-er Jahren stark mit dem teuren Einwinterungszucker beschäftigen musste. Die Steuerbegünstigung für unvergällten Zucker war 1967 aufgehoben worden. Mit vergälltem Zucker ( u.a. mit Eisenoxyd ), machte man wegen der Auswirkungen auf den Honiggeschmack schlechte Erfahrungen. Bis Anfang der 1980-er Jahre gab es Futterbeihilfen von der EU von zuletzt 2,65 DM pro Volk.

Ab 1983 rückte die Bekämpfung der Varroamilbe in den Vordergrund der Beratungen. Es gab hohe Völkerverluste, und man experimentierte mit ver-schiedenen Bekämpfungsarten ( Ausräucherung, Illertisser Milbenplatte u.a. ).

Außer der Pflege der Imkerei einschließlich der Zucht von friedfertigen und leistungsstarken Honigbienen kam nach und nach die Umweltpflege als zweites großes Ziel des Vereins hinzu. So wurde Mitte der 1970er Jahre ein Rastplatz für Wanderer und Radfahrer an der Katthagenstraße angelegt, der auch heute noch gepflegt wird ( der sogenannte Bienenbaum ). Weiterhin unterhält der Verein den 1991 gebauten Lehrbienen­stand an der Riekstraße und die Infotafel am Handwerker­baum. Heute werden in Absprache mit der Kreisverwaltung Gütersloh für Artenschutz­maßnahmen, zur Naturpflege und Erhaltung jährlich Kopfweiden beschnitten. Zudem werden Bruthöhlen für den Steinkauz geschaffen und gesichert.

Der Verein beteiligt sich mit einem eigenen Wagen am alle fünf Jahre in Mastholte stattfindenden Erntedankumzug. Im Jahre 2008 wurde während der Landesgarten-schau in Rietberg die 100-Jahr-Feier des Vereins begangen. Damals gehörten dem Verein 22 Frauen und Männer an, die 170 Bienenvölker bewirtschafteten.

Stand heute (01.01.2018), hat der Verein 31 aktive und 5 passive Mitglieder mit 193 Völkern. Entsprechend der allgemeinen Entwicklung vom landwirtschaftlichen Nebenerwerb zu einem bereichernden Hobby nimmt die Zahl der Imker zu, während die Anzahl der Völker pro Imker abnimmt. Auch finden allmählich mehr Frauen Interesse an der ursprünglich nur von Männern betriebenen Imkerei: von den 36 Vereinsmitgliedern sind 6 Frauen. So gehört unserem Verein in 2017, die mit einem Pokal ausge­zeichnete „BESTE“ Imkerin von allen Imkerinnen und Imkern im Kreisimkerverein Gütersloh an.

Zu den regelmäßigen Terminen des Vereins gehören das traditionelle Dreikönigs-Grünkohlessen, die Rapsfahrt im Mai (bei der die angewanderten Bienenstände der Vereinsmitglieder besucht werden) sowie an jedem ersten Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr der Stammtisch im Vereinslokal Großevollmer (Hubertuskrug) an der Katthagenstraße. Dort sind Gäste, die sich über die spannende und zugleich entspannende Freizeitbeschäftigung in und mit der Natur informieren wollen, stets herzlich willkommen.

bisherige Vorstandsmitglieder : bitte hier klicken