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Vereinschronik

Gründungszeit bis 1945:
Im Jahre 1909 wurde der Imkerverein „Mastholte und Umgebung“ von 15 Imkern gegründet. Sie hielten etwa 300 Bienenvölker. Die Mitglieder waren Landwirte, Handwerker und Lehrer. Durch den Nebenerwerb Imkerei konnten sie ihr Einkommen aufbessern. Zucker war ein knapper und wertvoller Rohstoff. Die Imkerei befand sich damals im Umbruch. Von der Korbimkerei wurde zur Kasten­imkerei und von der Honiggewinnung durch Herauspressen aus den Waben zur Schleuderung mit selbstgebauten Schleudern übergegangen. Der Verein brachte den Imkern durch den mit ihm verbundenen regen Erfahrungsaustausch Vorteile. Man wanderte mit den Völkern in trachtenreiche Gegenden wie das Vorsauerland und die Heide mit Pferdewagen unter oft abenteuerlichen Umständen.

Die Imkervereine hatten in den Kriegsjahren eine wichtige Funktion in der Nahrungsversorgung der Bevölkerung. Unterlagen und Schriftstücke aus den ersten Vereinsjahren sind in den Kriegswirren um 1945 verlorengegangen.

Nachkriegsjahre :
Anfang der 1960er Jahre hatte der Verein 20 Mitglieder mit ca. 400 Bienenvölkern. Bis Ende der 1970-er Jahre ging die Mitgliederzahl dem allgemeinen Trend entsprechend auf 9 zurück ( mit ca. 200 Völkern ). Der Landesverband empfahl damals die Zusammenlegung kleinerer Vereine. Der Rietberger Verein nahm  deshalb Kontakt zu unserem Verein auf. Eine Fusion fand jedoch nicht statt, zumal die Mitgliederzahl seit 1984 wieder kontinuierlich anstieg.

Aus den Protokollbüchern ist ersichtlich, dass man sich in den 1960-er und 1970-er Jahren stark mit dem teuren Einwinterungszucker beschäftigen musste. Die Steuerbegünstigung für unvergällten Zucker war 1967 aufgehoben worden. Mit vergälltem Zucker ( u.a. mit Eisenoxyd ) machte man wegen der Auswirkungen auf den Honiggeschmack schlechte Erfahrungen. Bis Anfang der 1980-er Jahre gab es Futterbeihilfen von der EU von zuletzt 2,65 DM pro Volk.

Ab 1983 rückte die Bekämpfung der Varroamilbe in den Vordergrund der Beratungen. Es gab hohe Völkerverluste, und man experimentierte mit verschiedenen Bekämpfungsarten ( Ausräucherung, Illertisser Milbenplatte u.a. ).

Zunächst diente der Verein der Pflege der Imkerei einschließlich der Zucht von friedfertigen und leistungsstarken Honigbienen. Nach und nach kam die Umweltpflege als zweites großes Ziel hinzu. So wurde Mitte der 1970er Jahre ein Rastplatz für Wanderer und Radfahrer an der Katthagenstraße angelegt. Dieser wird auch heute noch gepflegt ( der sogenannte Bienenbaum ). Weiterhin unterhält der Verein den 1991 gebauten Lehrbienen­stand an der Riekstraße und die Infotafel am Handwerker­baum in Mastholte. In Absprache mit der Kreisverwaltung Gütersloh werden die zum typischen Landschaftsbild des südlichen Kreisgebiets gehörenden Kopfweiden beschnitten. Dies dient dem Artenschutz, der Naturpflege und der Erhaltung. Gleichzeitig werden damit Bruthöhlen für den Steinkauz geschaffen und gesichert.

Der Verein beteiligt sich mit einem eigenen Wagen am alle fünf Jahre in Mastholte stattfindenden Erntedankumzug. Im Jahre 2008 wurde während der Landesgartenschau in Rietberg die 100-Jahr-Feier des Vereins begangen. Damals gehörten dem Verein 22 Frauen und Männer an, die 170 Bienenvölker bewirtschafteten.

Gegenwart :
Stand 01.01.2018 wurden von den 31 aktiven Mitgliedern des Vereins 193 Völker gehalten ( daneben gab es 5 passive Mitglieder ). Die allgemeine Entwicklung in der Imkerei geht vom landwirtschaftlichen Nebenerwerb zu einem bereichernden Hobby. Dem entsprechend nimmt die Zahl der Imker zu, während die Anzahl der Völker pro Imker abnimmt. Auch finden allmählich mehr Frauen Interesse an der ursprünglich nur von Männern betriebenen Imkerei. Von den heute ( Stand 2021 ) 41 Vereinsmitgliedern sind 9 Frauen. Die Imker*innen stammen nicht nur aus Mastholte. Sie kommen auch aus der Umgebung. So wohnen 11 in Langenberg, in dem es keinen eigenen Imkerverein gibt.

Das Vereinsjahr beginnt mit dem traditionellen Dreikönigs-Grünkohlessen. Im Mai werden die angewanderten Bienenstände der Vereinsmitglieder bei einer Rapsfahrt besucht. An jedem ersten Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr findet der Stammtisch im Vereinslokal Großevollmer (Hubertuskrug) an der Katthagenstraße statt. Dort sind Gäste, die sich über die spannende und zugleich entspannende Freizeitbeschäftigung in und mit der Natur informieren wollen, stets herzlich willkommen.

bisherige Vorstände des Imkervereins Mastholte :

Vorsitzende :

??       - 1973           Konrad Sonntag
1973 – 1988            Franz Walkenfort
1988 -  2009           Heinz Balke
seit 2009                 Johannes Meierfrankenfeld

Stellvertretender Vorsitzender :

??      - 1968            Kaspar Grauthoff
1968 – 1973           Franz Walkenfort
1973 – 1999             Rudolf Sonntag
1999  - 2009             Johannes Meierfrankenfeld
2009 - 2015             Reinhold Albert
seit 2015                  Thomas Grenzheuser

Beisitzer :

seit 2009                  Heinz Horstkemper

Schriftführer :

??     - 1985             Franz Sellemerten
1985 - 2011            Ewald Kemper
seit 2011                 Sebastian Schnieder